Dokumentenanalyse

Aus Eval-Wiki: Glossar der Evaluation
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Eine Variante der Haupt-Datenerhebungsmethode Erfassung vorhandener Erzeugnisse und Verhaltensspuren. Dokumente sind von Menschen mit bestimmten Intentionen erstellt. Beispiele für Dokumente sind Bücher, Tagebücher, Zeitungen, Briefen, Protokolle, Konzeptpapiere, Anmeldebögen, Antragspapiere, Berichte. Auch Zeichnungen, Fotos, Filme, Audioaufzeichnungen usw. sind als Dokumente zu verstehen; in diesem Falle kommen ggf. spezielle Verfahren wie Video- oder Bildanalyse zum Einsatz.

Als Auswertungsmethoden kommen inhaltsanalytische Verfahren und auch andere Ansätze wie die Grounded Theory oder dokumentarische Methode in Frage.

In Evaluationen werden Dokumentenanalysen bspw. in der Phase der Gegenstandsbestimmung für eine erste Beschreibung des Evaluationsgegenstands oder die Erarbeitung eines Wirkmodells eines Programms genutzt. In der Phase der Informationsgewinnung wird sie eingesetzt, um Ziele und Interventionen des Programm zu klären (klärende Evaluation) oder um Informationen über die Programmumsetzung (dokumentierende und interaktive Evaluation) oder Programmresultate zu ermitteln. Vorteile der Dokumentenanalyse sind Nicht-Reaktivität sowie ein oft vergleichsweise geringer Aufwand.

Englischer Begriff

document analysis

Französischer Begriff

analyse documentaire

Quellen

  • Döring, Nicola/Bortz, Jürgen (2016): Forschungsmethoden und Evaluation. Springer: Berlin.
  • Flick, Uwe (2014): An Introduction to Qualitative Research. Fifth Edition. Sage
  • Hoffmann, Nicole (2018): Dokumentenanalyse in der Bildungs- und Sozialforschung Überblick und Einführung, Grundlagentexte Methoden. Weinheim: Beltz Juventa.
  • Silverman, David (2015): Interpreting Qualitative Data. Fifth Edition. Sage.

Stand

14.10.2018