Feedback

Aus Eval-Wiki: Glossar der Evaluation
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Eine Kommunikationshandlung (typischerweise in Lern- oder therapeutischen Settings etc.), in der eine („feedbackgebende“) Person bevorzugt Beobachtungen, evtl. Eindrücke und Empfindungen, einer anderen („feedbackempfangenden“) Person zurückmeldet. Diese Rückmeldungen sollen die feedbackempfangende Person unterstützen, ihr Handeln sicher und reflektiert auszurichten. Feedback übernimmt damit stets eine formative Rolle. Beispiele sind das Feedback, das eine Lehrperson einzelnen oder mehreren Lernenden in Bezug auf deren Lernprozess gibt, das ein Kollege/eine Kollegin einer Lehrperson nach Beobachtung ihres Unterrichts gibt oder das Teilnehmende einer Weiterbildungsveranstaltung in einer Schlussrunde an die Kursleitung geben. Das Gelingen von Feedback setzt eine intrinsische Motivation der Beteiligten voraus.

Feedback erfordert im Unterschied zur Evaluation nicht notwendig eine Bewertung, kann diese aber auch enthalten. Es wird oft versucht, diese bewusst zu vermeiden, indem „Feedbackregeln“ auf die Beschreibung „beobachtbaren“ Verhaltens fokussieren. Solche in der Literatur vielfach ausgeführte Regeln, evtl. in Kombination mit Feedbackinstrumenten, sollen respektvolles und hilfreiches Feedback ermöglichen. Im Unterschied zur Evaluation erfordert Feedback keine intersubjektiv nachvollziehbare Erhebung, Auswertung und Archivierung von Daten. Subjektive Färbung der Rückmeldungen ist erwünscht. Klärungen können im Dialog erfolgen. Unparteiischkeit kann nicht erwartet werden.

Im Unterschied zur Programmevaluation sind Handlungen oder Erzeugnisse von Personen 'Gegenstand' des Feedbacks. Im Unterschied zur Personalevaluation sind Beurteilungsprozesse (wie z. B. bei Mitarbeiterbeurteilungen) im Feedback nicht immer angestrebt, teils explizit ausgeschlossen.

Feedback kann vielfach Element von Evaluation sein, sei es als Datenquelle, als kurzfristige Rückmeldung am Schluss eines Interviews oder im Rahmen von Rückmeldungen an Stakeholder.

Englischer Begriff

feedback

Französischer Begriff

feed-back

Quellen

  • Bastian, Johannes/Combe, Arno/Langer, Roman (2007): Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen. Weinheim: Beltz.[1]
  • Fengler, Jörg (2009): Feedback geben Strategien und Übungen. 4., überarb. und erweiterte Aufl. Weinheim: Beltz.[2]
  • Hattie, J. and H. Timperley (2007). "The power of feedback." Review of educational research 77(1): 81-112.
  • Strahm, Peter (2008): Qualität durch systematisches Feedback. Grundlagen, Einblicke und Werkzeuge. Bern: schulverlag blmv, S. 52-56. [3]

Stand

10.12.2015