Bedürfnisse

Aus Eval-Wiki: Glossar der Evaluation
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Psycho-physische Zustände von Individuen, die spezifische, subjektiv empfundene Mängel anzeigen und nach ihrer Beseitigung streben. Ein solcher Zustand kann ausgelöst werden durch körperliche, seelische oder soziale Faktoren in der Umwelt des Individuums. Bedürfnisse lassen sich unterschiedlich kategorisieren, z. B. nach dem Grad der Bewusstheit (oft verweisen bewusste/manifeste Bedürfnisse auf dahinter liegende unbewusste/latente) oder gemäß der Maslow'schen Bedürfnispyramide: von den grundlegenden, niedrigen oft physiologischen (dabei "stärksten", "mächtigsten") Bedürfnissen z. B. nach Trinken, Essen, Schlaf etc., über die "mittleren" nach Sicherheit oder Zugehörigkeit, bis zu den "höheren" nach Anerkennung und schließlich nach Selbstverwirklichung. Die Ausgangslage von Programmen, speziell im Bereich personenbezogener Dienstleistungen ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass Bedürfnislagen von Mitgliedern der Zielgruppen unbefriedigt sind. Eine Kriteriendimension für die Bewertung von Programmen ist die Bedürfnisgerechtigkeit insbesondere der im Programmkonzept ausgewiesenen Ziele. Um die Ausgangslage in Bezug auf Bedürfnisse zu bestimmen, werden in der Evaluation Bedarfsanalysen eingesetzt. Die Abgrenzung zu den Bedarfen ist fließend.

Alternative Definition

In der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre werden Bedürfnisse nicht ausschließlich bei Individuen, sondern auch bei Kollektiven verortet ("gesellschaftliche Bedürfnisse"). In diesem Glossar wird für diesen Tatbestand der Begriff der Bedarfe genutzt.

Englischer Begriff

wants, needs

Französischer Begriff

besoins

Quellen

  • Maslow, Abraham Harold (2005): Motivation und Persönlichkeit. 10. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
  • Jung, Hans (2006): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 10., überarb. Aufl. München: Oldenbourg.

Stand

31.10.2012