Grundgesamtheit

Aus Eval-Wiki: Glossar der Evaluation
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Gesamtheit aller Elemente, welche in empirischen Untersuchungen einbezogen werden. Es kann sich um die Gesamtheit der Aussageeinheiten handeln, um die der Erhebungseinheiten sowie um die der Auswahleinheiten. Grundgesamtheiten müssen zeitlich und räumlich bestimmt sein (z. B. alle angemeldeten Schüler und Schülerinnen in 4. Klassen von öffentlichen und als Ersatzschulen anerkannten privaten Schulen in Deutschland zum Stichtag 1. Januar 2010). Der Umfang der Grundgesamtheit kann bekannt oder unbekannt sein (z. B. alle sich illegal am 1. Juni 2011 in Österreich aufhaltenden Ausländer und Ausländerinnen), die einzelnen Elemente können identifiziert (z. B. über eine Liste oder einen Datensatz) oder nicht identifiziert sein. In der Statistik verwendet man den Grossbuchstaben „N“ als Abkürzung für die Grundgesamtheit. Wenn keine „Vollerhebung“ erfolgt, sondern Teilmengen einer Grundgesamtheit betrachtet werden, bezeichnet man diese als Erhebungsmengen. Bei Erfüllung strenger Anforderungen („verkleinertes Abbild“) können bei Teilmengen gewonnene Ergebnisse auf die Grundgesamtheit übertragen werden (oder es kann sogar, bei vorhandener statistischer Repräsentativität, mit Hilfe der Inferenzstatistik auf Verteilungen in der Grundgesamtheit geschlossen werden).

Englischer Begriff

population

Französischer Begriff

population

Quellen

  • Schnell, Rainer/Hill, Paul Bernhard/Esser, Elke (2008): Methoden der empirischen Sozialforschung. 8. Auflage. München: R. Oldenbourg.

Stand

31.12.2009 Printglossar 2. Auflage